Unsere Vorstellung, das periimplantäre Weichteilattachment um Keramikimplantate histomorphologisch zu untersuchen und auszuwerten, nimmt konkrete Formen an. In einer für dieses Jahr geplanten Studie, die im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Bern, der Universitätsklinik Basel und dem San Antonio Health Science Center unter der Leitung von David Cochren, stattfindet, haben wir eine Versuchsanordnung erarbeitet, die wichtige Erkenntnisse über den Unterschied von Titan- und Keramikimplantaten aufzeigen sollen. Die wissenschaftliche Arbeit soll im Juli-/ August beginnen.

Die ersten Generationen von rotationssymetrischen Titanimplanaten hatten eine relativ glatte, maschinenpolierte Oberflächenstruktur. Der klinische Nachteil dieser Generation von Zahnimplantaten war dann auch eine erhöhte Misserfolgsrate in der frühen Einheilphase ( in den ersten 4 Wochen nach Implantatinsertion) in weicheren Knochenstrukturen wie dem Oberkieferseitenzahnbereich. Eine Aufrauung der Titanoberfläche brachte den Durchbruch: die Erfolgsraten dieser Implantate stiegen im Vergleich zu Implantaten mit glatten Oberflächen. Inzwischen ist wissenschaftlich evident: Knochen liebt Oberflächenrauigkeiten und verzahnt sich besser mit den entsprechenden Oberflächenstrukturen als bei glatten Oberflächen. Moderne Implantate aus Titan werden heute im industriellen Bearbeitungsprozess an der Oberfläche substraktiv bearbeitet. Durch Ätzung und durch gezielt gesteuerte Strahlung wird die Oberfläche so angeraut, dass die Implantate für eine verfahrenssichere Verknöcherung gut vorbereitet sind.

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